Mühlebach (Transkription Nr. 95)

Schulort Mühlebach
Konfession des Orts: Reformiert
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1463, fol. 316-317
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Thurgau
Distrikt 1799: Bischofszell
Agentschaft 1799: Amriswil
Kirchgemeinde 1799: Amriswil
Ort/Herrschaft 1750: Gemeine Herrschaft Thurgau (Gerichtsherrschaft der Stadt St. Gallen)
Kanton 2015: Thurgau
Gemeinde 2015: Amriswil
In dieser Quelle wird folgende Schule erwähnt:
  • Mühlebach (Niedere Schule, reformiert)
03.03.1799

Müllebach Reformiert

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Müllenbach.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?

ein Dorf

I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

ja.

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?

Zu Ammerschwill: u: Agentschaft

I.1.dIn welchem Distrikt?

Bischoffzell

I.1.eIn welchen Kanton gehörig?

Thurgäu

I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.

Entfernung der zum Schul bezirck gehörigen Häuser. diese ligen um die Schull Müllebach eine kleine Viertel stunde.
Orth Obermülly Fürst 6 Kinder 10 haußhaltungen 7.
Orth Köplishauß Fürst 6 haußhaltungen 7 Kinder 8 dermahlen
Orth Müllebach Fürst 16 Haußhaltungen 20 u: Kinder 19
Orth Schrofen Fürst 12 Haußhaltungen 16 Kinder 6 dermahlen
zusammen 44 Kinder Mstr Hs Jacob Meßmer Glaser L: L: hat auch 4 aber Schick keines Die Ursach weißt er am besten.

I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Um diese Schull sind nach 2 oder drey Schullen, die nicht weiter als ein Viertel Stunde im Umkreyß, und die Schull zu Müllebach u: jm Schrofen hat schon über 150 Jahr gedauret, ohnunterbrochen und ist versehen worden von Vather Sohn 50 Jahr.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.

die anzahl der Schull Kinder sind dermahlen 44. Gibt mehr u: weniger.

I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

Die um liggenden Schullen heißt! Schochers-willen, die zweyte Biesehofen, die dritte Rüthy. u: Oberaach die 4te.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Nein.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?
II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?
II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

1. das Namen Büchlein 2tens daß Fragstücklein, 3tens der Lehr Mstr, 4tens die Zeügnußen, 5tens daß Psalmen Buch 6tens daß Testammt, und nach andere Bücher Meistens aus Hlgr Schrift, wie auch Zeitungen und Brieffe.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

||[Seite 2] a.b.c. Anfang und Ende: Lehr und unterwißungs Psalmen, und auch nach andere Lehrsprüche aus heil: Schrift Alten u: N: Testaments.

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Von Morgends 8 Uhr bis Mittag 11 Uhr: nach Mittag nach 1 Uhr bis Abends nach 4 Uhr, 3 Stund nach einander.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

Der Wohl Ehrwürdige Herr Pfarrer Leü Sel. zu Ammerschwill, und unsere Gemeinds Vorgesezte, da ich 17 Jahre alt ware.

III.11.bWie heißt er?

Johannes Straub

III.11.cWo ist er her?

Von Müllebach.

III.11.dWie alt?

Ohngefehr 63 Jahr

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

ja. ja 2 Söhne erwachsen.

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

Von 17 Jahr bis datto, und in der Zwischen Zeit Amman nach Bürglischem Protocol.

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

bey dem Vatter und alten Schull Mstr:

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

nichts aber wan ich nicht Schull halte, so thue ich weben, bey Sommers Zeiten.

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

44 dermahlen

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)

?

III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)
IV.13.aIst dergleichen vorhanden?

ja

IV.13.bWie stark ist er?

den kan ich bestimmen nicht

IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?

Von Reichen Gut herzigen Leüthen, die mit Tod abgehen die Stiften es für arme Krancken und nothleidende wie auch für arme Schull Kinder.

IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?
IV.15Schulhaus.
IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?

eine Schöne stuben, und ist von Schull Mstr: selber unterhalten worden bis dato, und ist aigenthum für jhne Schull Mstr.

IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?
IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?

eine Schöne stuben, und ist von Schull Mstr: selber unterhalten worden bis dato, und ist aigenthum für jhne Schull Mstr.

IV.16Einkommen des Schullehrers.

nichts als von einem Kind 4 xr. deren Elteren den Lohn selber zahlen, und von einem armen 3 xr. deren Lohn aus dem Armen Gutt bezahlt wirt, dieser Lohn ist ohngleich nach deme die Kinder, fleißig oder (unfleißig geschickt werden. Und die Schull kan nicht länger, also so lang dauren, so lang der Schull Mstr auch ein Löhnlein zu beziehen hat.)

IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.
IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers

||[Seite 3] Jch ganz geringer Schulldiener? bitte mir die Gnade aus bey Jhro Ehrwürden Hoch und Wohl Gelehrten Bürger und Distrikts in Spektor. Daß Sie mir meine einfältige Beantwortung genähmigen, und meine Schreibfähler meiner einfalt zu schreiben willen ich nicht unterrichtet worden bin auf solche fragen? zu antworten. Und auf Hunderte nicht ein einiges könte förmlich antwort geben, wie es sein solte. Jch gebe mich für nichts aus, als für ein mann; der durch Gnade Gottes, Gott und Jesum liebete biß in den Tod.
Eine kleine Anmerckung!
Jch kan auch begreiffen: wie Gott unser Herr. Vor Jahr hunderten, theüre und tapfere Helden erwecket; die uns in unserem Vatterland eine schöne Freyheit erworben u: lange Zeit genoßen worden; von unseren lieben Vor Elteren: Und nach etlich Jahr hunderten theüre und Hocherleüchtete und Haübter erwecket die für die Geistliche Freyheit u: Wahre Religion gesorget, und durch Marter und Tod zu wegen gebracht, zu einem u: freüdigen andencken, Gott laße Sie ewig Vor ihm leben, in der Zahl der heiligen Gottes.
Jch kan auch bey dieserem Auf ruf mercken daß der liebe Gott, uns auch nach theüre und hoch Erleüchtete und Weyse Haübter hat übrig gelaßen, die auch nach unser vor unser Liebes Vatterland sorgen, zum Allgemeinen besten. wie auch zum voraus für die wahre Christliche Evangelische Religion. Gott Segne jhre wohl gesinete anschläge und Jhr Eifferiges bestreben, zur Ehre unsers Gottes, und zum wohl seyn unsers Vatterlands. So will zur Bantwortung. u: nach höfflichster Sallutation. und Empfehlung Göttlicher Obsorge. Verharre unterthäniger diener

Unterschrift

Müllebach den 3ten Mart: Anno 1799 Johannes Straub Schul Diener

Zitierempfehlung: